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Tipps: So sparen Sie Geld beim Immobilienkauf

Inhaltsverzeichnis

Für eine Immobilie müssen Sie viel Geld auf den Tisch legen. Sechstellige Summen sind üblich. Wenn Sie diese per Kredit finanzieren müssen, folgt daraus eine sehr lange Belastung durch Zinsen und Tilgung. Aber auch bei einem großen Eigenkapitalanteil schmerzt ein Kauf finanziell. Es gibt jedoch kleine Tricks, wie Sie die Kosten reduzieren und an einigen Ecken ein paar Euro sparen können. In der Summe kann das einen erheblichen Betrag ausmachen. Wir zeigen Ihnen, welches Vorgehen sinnvoll ist.

Zusammenfassung: Geld beim Immobilienkauf sparen

Nutzen Sie Sparpotenziale beim Immobilienkauf, um die Ausgaben auf ein Minimum zu beschränken. Möglich ist das unter anderem, indem Sie den Markt gut sondieren, sich auf provisionsfreie Angebote konzentrieren und Immobilien auf Preisverhandlungspotenzial prüfen. Ebenso lassen sich die Finanzierungskosten durch einen optimierte Immobilienkredit senken. Nicht zuletzt bietet ein geschickt formulierter Kaufvertrag die Möglichkeit, Notarkosten und Grunderwerbssteuer legal zu senken.

Beobachten Sie den Markt und sparen Sie bereits beim Sondieren

Ein Immobilienkauf planen Sie in der Regel nicht ad hoc. Daher bleibt Ihnen viel Zeit, den Markt zu beobachten. Das gibt Ihnen Gelegenheit, Preise durch Marktkenntnisse realistisch einzuschätzen und keine überteuerten Angebote anzunehmen.

Preisentwicklung betrachten

Verfolgen Sie über einen längeren Zeitraum die Preise auf gängigen Portalen und in Kleinanzeigen. Sondieren Sie den Markt und prüfen Sie, wie sich die Preise für vergleichbare Immobilien entwickeln. Kennen Sie bereits die Eckwerte und die Adresse: Nutzen Sie ggf. eine kostenlose Wertermittlung für eine Ersteinschätzung. So können Sie die Preise der für Sie interessanten Immobilien besser bewerten. Sie erkennen überteuerte Angebote, aber auch Schnäppchen.

Kaufnebenkosten reduzieren: Verzichten Sie auf einen Makler!

Bei Ihrer Suche nach einem interessanten Haus oder einer Wohnung sollten Sie auf Angebote über einen Makler verzichten. Die bei einer erfolgreichen Vermittlung fällige Maklerprovision ist mit bis zu 7,14 Prozent des Verkaufspreises sehr hoch. Der Betrag wird zwar üblicherweise zwischen Verkäufer und Käufer geteilt, treibt die Kaufnebenkosten aber stark in die Höhe. Suchen Sie alternativ nach provisionsfreien Immobilienangeboten und sparen Sie diese Kosten. Übrigens hat dann auch der Verkäufer etwas mehr Verhandlungsspielraum.

Prüfen Sie Immobilie und Kaufintention – sparen Sie bereits Geld beim Besichtigen

Im nächsten Schritt folgt üblicherweise die Besichtigung. Hier sollten Sie zum einen genau hinsehen. Kleine und große Mängel können Sie preismindernd anbringen. Mit einer Mängel-Checkliste und etwas Verhandlungsgeschick sparen Sie so eine vier- oder gar fünfstellige Summe.

Zum anderen sollten Sie jedoch auch genau hinhören. Denn häufig werden Sie erfahren, warum jemand seine Immobilie verkaufen möchte. Bei Eigentumswohnungen sollten Sie herausfinden, ob es Streit in der Eigentümergemeinschaft gab. In anderen Fällen kann es wichtig sein, ob beim Verkäufer ein Wohnortwechsel ansteht. Gibt es vielleicht sogar eine Trennung oder Scheidung? Handelt es sich möglicherweise um einen Notverkauf aus finanziellen Gründen? Das alles führt zu Argumenten, mit denen Sie den Preis möglicherweise etwas drücken können.

Auch wenn es verlockend ist, hier zu sparen. Prüfen Sie die Immobilie gründlich und nutzen Sie einen Sachverständigen. Das Geld ist gut angelegt und schützt Sie vor Problemen durch versteckte Mängel.

Sparen Sie beim Immobilienkauf bei der Finanzierung

Der nächste große Bereich mit Sparpotenzial ist die Finanzierung. Sie werden selten eine Immobilie nur aus Eigenkapital erwerben. Daher gehört ein Hypothekendarlehen praktisch immer dazu. Das bedeutet, dass Sie nicht nur den Preis, sondern auch Zinsen zahlen müssen. Genau hier haben Sie einen gewissen Spielraum, um Kosten zu sparen.

Mehr Eigenkapital reduziert Zinszahlungen

Je höher Ihr Eigenkapital ist, desto niedriger ist Ihr Darlehen. Das bedeutet eine geringere Zinslast. Wenn Sie die Möglichkeit haben, auf Eigenkapital zurückzugreifen, sollten Sie damit den erforderlichen Kreditbetrag reduzieren. So sparen Sie langfristig erhebliche Zinszahlungen. Der Kredit wird insgesamt günstiger.

Bonität aufzupolieren, das führt zu besseren Konditionen

Beginnen Sie langfristig damit, Ihre Bonität zu verbessern. Ein guter Schufa-Score kann um mehrere Zehntel günstigere Zinskonditionen bedeuten. Daher sollten Sie bereits frühzeitig damit beginnen, unnötige Verträge abzubauen, Kredite regelmäßig zu bedienen und Rechnungen sofort zu bezahlen. Das alles kann den Score verbessern.

Holen Sie außerdem eine Selbstauskunft ein, um möglicherweise fehlerhafte Einträge zu entdecken und entfernen zu lassen. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Artikel zum Thema Bonitätsverbesserung.

Kreditvergleich vor dem Kauf

Als nächstes werden Sie vor dem Kauf Ihre Hausbank um ein Angebot bitten. Geben Sie sich jedoch nicht damit zufrieden. Holen Sie Vergleichsangebote ein. Idealerweise fragen Sie unabhängige Kreditvermittler. Diese haben ein riesiges Netzwerk und können Ihnen attraktive Angebote vermitteln. Die besten Konditionen sind meistens deutlich besser als bei Ihrer Hausbank.

Mit dem Angebot können Sie Ihre Hausbank um Nachbesserung des Angebots bitten. Sollte kein zufriedenstellendes Angebot möglich sein, nutzen Sie andere Anbieter. Ist jedoch das Angebot zumindest in der Nähe der Konditionen anderer Anbieter, kann ein Verbleib bei der Hausbank strategisch sinnvoll sein. Durch dieses Feilschen sparen sie besonders bei großen Kreditsummen und langen Laufzeiten erhebliche Kosten.

Annuitätendarlehen mit Tilgung wählen

Wenn Sie sich für ein Angebot entscheiden, können Sie ein Annuitätendarlehen bevorzugen. Diese Kreditform gibt Ihnen die Chance, von Anfang an eine ausreichend große Summe zu tilgen. Das zahlt sich langfristig aus. Bei kleinen Summen oder sehr gutem Einkommen sind Forward-Darlehen oder andere Lösungen wie ein Volltilgerdarlehen eine Alternative. Ein unabhängiger Finanzierungsberater kann Sie bei der Suche nach der individuell besten Lösung unterstützen.

Ein wichtiger Punkt beim Annuitätendarlehen ist der Tilgungssatz. Setzen Sie diesen so hoch an, wie es Ihnen finanziell möglich ist. Denn die Tilgung bestimmt, wie stark Sie den Kredit von Anfang an abbauen.

Eine höhere Tilgung bedeutet, dass die Laufzeit sich verkürzt und der monatliche Restkredit schneller schrumpft. Dadurch sparen Sie während der Laufzeit Zinszahlungen.

Zinsbindung vereinbaren – aber umsichtig

Ein wesentlicher Faktor des Darlehens ist der Zinssatz. Um eine verlässliche Kalkulationsgrundlage zu haben, werden Sie fast immer eine Zinsbindung vereinbaren wollen. Diesen fixierten Zins bezahlen Sie mit einem gewissen Aufschlag auf den Zinssatz. Auch hier haben Sie etwas Verhandlungsspielraum durch Vergleichsangebote. In Zeiten sinkender Zinssätze kann es sich sogar lohnen, auf eine anfängliche Zinsbindung zu verzichten.

Prüfen Sie Alternativen bei Auslaufen der Zinsbindung

Als Kreditnehmer haben Sie nach zehn Jahren das Recht, ein Darlehen zu kündigen. Prüfen Sie daher spätestens nach Ende der Zinsbindung, ob es am Markt inzwischen deutlich bessere Angebote gibt. So sparen Sie Kosten. Beachten Sie jedoch, dass sich durch die Umschuldung neue Kosten durch eine Änderung des Grundbucheintrags ergeben können.

Sondertilgungsmöglichkeiten vereinbaren

Vereinbaren Sie mit der Bank gegebenenfalls zusätzliche Sondertilgungsmöglichkeiten. Das ermöglicht Ihnen, neben den ohnehin vereinbarten Tilgungsoptionen einen zusätzlichen höheren Betrag zu tilgen. Wenn sich Ihr Vermögen besser als gedacht entwickelt, können Sie auf diese Weise den Kredit schneller zurückzahlen. Das reduziert wiederum die Gesamtsumme an zu zahlenden Zinsen und kann eine Menge Geld sparen.

Diese zusätzliche Option bezahlen Sie möglicherweise mit einem geringen Aufschlag auf den Zinssatz. Es lohnt sich aber, wenn Sie den Immobilienkauf mit etwas Luft bei den monatlichen Raten kalkuliert haben.

Verzichten Sie auf Kombi-Modelle

Einige Banken möchten Ihnen Kombinationen aus Kredit und Lebensversicherung oder Kredit und Bausparvertrag schmackhaft machen. Diese Angebote sind finanziell häufig nicht optimal. Prüfen Sie daher, ob es für Sie attraktivere Alternativen für den Kauf Ihrer Immobilie gibt. Auch hier ist ein unabhängiger Finanzierungsberater eine gute Wahl.

Sparen Sie Geld durch einen geschickt aufgesetzten Kaufvertrag

Ausstattung gesondert aufzulisten und zu bepreisen, ist legal. Allerdings muss alles in einem angemessenen Verhältnis stehen. Achten Sie darauf, keine “Mondpreise” zu kalkulieren. Sonst erkennt das Finanzamt die Reduzierung der Kaufsumme nicht an und die Grunderwerbsteuer wird für die volle Kaufsumme fällig.

Sind all diese Details geklärt, unterzeichnen Sie beim Notar den Kaufvertrag. Auch in dieser Phase können Sie noch Geld sparen. Denn Kaufnebenkosten und Grunderwerbssteuer beziehen sich nur auf die Immobilie mit dem Grundstück. Nicht jedoch auf Inventar, das Sie übernehmen.

Das Herausrechnen dieser Beträge hat noch einen weiteren Effekt, wenn Sie die Immobilie mit dem Inventar vermieten möchten: Sie können für das Inventar zwar keine AfA-Abschreibung vornehmen, aber diese steuerlich sofort absetzen oder innerhalb weniger Jahre abschreiben. Fragen Sie Ihren Steuerberater, ob das in Ihrem Fall ein finanzieller Vorteil sein kann.

Inventar herausrechnen lassen

Ist zum Beispiel eine Küche oder eine Werkbank in die Wohnung bzw. die Immobilie integriert, können Sie diese separat erwerben. Gleiches gilt für Gartengeräte, sogar Pflanzen. Nehmen Sie diese Dinge zu einem angemessenen Betrag aus dem Kaufvertrag heraus oder führen Sie solche Inventargegenstände sauber als Vertragszusätze auf. In dem Fall entfällt für den so ausgewiesenen Betrag die Grunderwerbssteuer. Bei geschicktem Vorgehen können Sie sogar die Notarkosten sparen. Allerdings ist dann ein einzelner Vertrag zwischen Verkäufer und Ihnen über das Inventar erforderlich, der nicht notariell beglaubigt wird.

Auf Auflassungserklärung und Notaranderkonto verzichten

Beim Notar können Sie weitere Kosten sparen. Sowohl die Auflassungserklärung als auch das Treuhandkonto bieten Ihnen mehr Sicherheit, sind aber nicht zwingend erforderlich. Verzichten Sie auf diese Leistungen können Sie ein paar Zehntel Prozent Notarkosten sparen.

Notarkosten komplett übernehmen

Sie können mit dem Verkäufer vereinbaren, die Notarkosten gegen einen entsprechenden Preisabschlag in gleicher Höhe komplett zu übernehmen. Was wie ein Nullsummenspiel wirkt, bedeutet für Sie – ganz legal – eine etwas geringere Grunderwerbssteuer und wiederum etwas reduzierte Notarkosten.

Fazit: Mit guter Planung Kosten sparen

Wenn Sie beim Immobilienkauf auf jeden Cent achten, reduzieren Sie langfristig Ihre finanzielle Belastung. Es lohnt sich, diese Tipps zu prüfen. So sparen Sie Geld beim Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses. Durch die verringerte Zinslast werden Sie den Unterschied spüren.

Geschrieben von

Hani Sultani

Hani Sultani

Der Kundenberater und Experte für Finanzierung kennt den Immobilienmarkt seit vielen Jahren und gibt hier wertvolle Praxistipps und Empfehlungen für das erfolgreiche Vermarkten von Häusern und Wohnungen

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Die hier veröffentlichten Informationen sind gut recherchiert. Sie können aber trotz großer Sorgfalt lückenhaft, veraltet oder fehlerhaft sein und ersetzen keine individuelle Beratung durch zum Beispiel Steuerfachleute oder Anwälte. Bitte wenden Sie sich mit individuellen Fragen an entsprechende Fachleute.