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Definition Gemeinschaftseigentum
Ganz grob lässt sich sagen: Als Gemeinschaftseigentum wird all das definiert, was für den Bestand und die Sicherheit des Gebäudes notwendig ist. Etwa die Außenwände, das Dach, das Treppenhaus, die Fenster und Eingangstüren. Außerdem Anlagen, die von allen Eigentümern genutzt werden (können) wie zum Beispiel Garten, Tiefgarage, Fahrradschuppen, Waschkeller, Aufzüge, Wasser- und Heizungsanlagen. Aber schon an so einem einfachen Beispiel wie „Fenster“ wird deutlich, wie kompliziert es werden kann, hier Grenzen zu ziehen. Geht es nämlich um den Anstrich von Fensterrahmen, gelten die äußeren Rahmen als Gemeinschafts-, die innenliegenden Rahmen als Sondereigentum. Denn das Sondereigentum ist in der Regel das, was nur einzelnen Eigentümern gehört. Noch ein Beispiel: Ein abgeschlossener Tiefgaragenstellplatz ist in aller Regel Sondereigentum, die ganze Tiefgarage dagegen – also Wände, Decken, Boden, Türen – dagegen Gemeinschaftseigentum. Als Faustregel gilt: Alles, was nicht ausdrücklich Sondereigentum ist, sollte als Gemeinschaftseigentum gesehen werden.
Rechte und Pflichten Gemeinschaftseigentum
Wichtig ist: Gemeinschaftseigentum muss immer von allen Wohnungseigentümern gemeinsam verwaltet und in Stand gehalten werden. Darum ist es auch ein wichtiger Punkt bei Kaufinteresse an einer Immobilie, sich das Gemeinschaftseigentum – am besten direkt, mit eigenen Augen vor Ort ganz genau anzusehen: In welchem Zustand sind Aufzüge, Treppenhäuser, Garagen, das Dach, der Außenanstrich? Und dann kommen die nächsten Fragen: Wie viele Rücklagen hat die Wohnungseigentümergemeinschaft bisher gebildet? Was sehen die Protokolle der Eigentümerversammlung an für die Zukunft geplanten Maßnahmen vor? Und was besagt die Teilungserklärung über die Rechte und Pflichten für die Wohnung, die ich kaufen will?
Tipp
Nehmen Sie diese Fragen nicht auf die leichte Schulter! Denn vor allem über die gebildeten Rücklagen und die geplanten Maßnahmen für das Gemeinschaftseigentum wird oft sehr viel Geld bewegt! Und als Miteigentümer müssen Sie solche Maßnahmen finanziell mittragen – auch, wenn Sie erst seit kurzer Zeit vom Nutzen dieses Gemeinschaftseigentums profitieren! Im Zweifelsfall gilt: Was Sonder- und was Gemeinschaftseigentum ist, wird immer über die jeweilige Teilungserklärung definiert. Wichtig: Die muss beim Grundbuchamt hinterlegt werden – und ist darum für alle Menschen, die ein berechtigtes Interesse haben, öffentlich einsehbar. Dieses Recht sollten Sie nutzen!
Geschrieben von
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Die hier veröffentlichten Informationen sind gut recherchiert. Sie können aber trotz großer Sorgfalt lückenhaft, veraltet oder fehlerhaft sein und ersetzen keine individuelle Beratung durch zum Beispiel Steuerfachleute oder Anwälte. Bitte wenden Sie sich mit individuellen Fragen an entsprechende Fachleute.
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