Neuer Schufa-Score: Auswirkungen am Immobilienmarkt
Die Auskunftei Schufa hat ihren Score angepasst. Zukünftig fließen nur noch zwölf Bereiche in die Bewertung ein, die anders als bisher bis zu maximal 999 Punkte einbringen können. Nicht alles ist nachvollziehbar, aber vieles hat Auswirkungen auf Vermietung und Immobilienkredite.
Was ist der neue Schufa-Score?
Die Schufa ist Deutschlands größte Auskunftei. Viele Unternehmen und Privatleute verlangen eine Schufa-Auskunft, wenn sie Darlehen oder Wohnungen vergeben. Daher ist die Neuberechnung auch relevant bei Vermietung und der Vergabe von Immobilienkrediten. Kurz gesagt: Verbraucherkredite, Immobiliendarlehen oder auch einen Mietvertrag gibt es fast immer nur mit einem positiven Schufa-Score.
Bislang stufte die Schufa die Kreditwürdigkeit aller Personen prozentual mit einem Wert zwischen 1 und 100 ein. Dabei flossen rund 250 Details in die geheime Berechnung ein. Nach Gerichtsurteilen und durch politischen und öffentlichen Druck hat die Auskunftei ihre Berechnung geändert. Zukünftig soll der Score einfacher und transparenter sein, auch wenn die genaue Berechnung geheim bleibt.
Was fließt in den neuen Schufa-Score ein?
Ab sofort gibt es nur noch zwölf Kriterien, die in die Berechnung der maximal 999 Punkte einfließen. Das sind:
- Zahlungsstörungen (100 – 264 Punkte),
- Alter des ältesten Bankvertrags (0 – 69 Punkte),
- Alter der ältesten Kreditkarte (0 – 81 Punkte),
- Alter der aktuellen Adresse (0 – 94 Punkte),
- Alter des jüngsten Rahmenkredits (0 – 36 Punkte),
- Anzahl und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den letzten zwölf Monaten (0 – 117 Punkte),
- Anzahl der Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den letzten zwölf Monaten, was bspw. Kauf auf Rechnung einschließen kann (0 – 99 Punkte),
- aufgenommene Ratenkredite in den letzten zwölf Monaten (0 – 66 Punkte),
- längste Restlaufzeit aller Ratenkredite (0 – 61 Punkte),
- Kreditstatus: offene negative oder positiv erledigte Ratenkredite (0 – 19 Punkte),
- Immobilienkredite oder Bürgschaft dafür (0 – 55 Punkte),
- Vorliegen einer Identitätsprüfung (0 – 38 Punkte).
Die neue Score-Skala der Schufa
Aus den Bereichen ergibt sich eine Gesamtpunktzahl, die wiederum eine Einstufung beinhaltet. Demnach sind
- 776 – 999 Punkte „hervorragend“,
- 709 – 775 Punkte „gut“,
- 642 – 708 Punkte „akzeptabel“,
- 100 – 641 Punkte „ausreichend“,
- 0 – 99 Punkte „ungenügend“.
Die Schufa berichtet, dass 62 Prozent der Personen eine hervorragende Bonität erreichen. Eine ungenügende Bonität errechnet der Dienstleister nur für acht Prozent der Personen. Zukünftig können Interessierte diese Einstufung leichter regelmäßig abfragen, indem sie sich einen Account bei der Schufa anlegen.
Das Problem der Schufa-Bewertungen
Die Schufa hat als Marktführer in Deutschland einen erheblichen Einfluss auf die Kreditvergabe und den Immobilienmarkt. Gleichzeitig zeigen die neuen, öffentlichen Skalen deutliche Schwächen auf.
Zum Beispiel verlieren junge Menschen, die gerade ihre eigene Wohnung beziehen und ein Konto mit Kreditkarte eröffnen, deutlich Punkte und können kaum einen positiven Wert erreichen. Auch werden Personen mit einem Immobilienkredit besser bewertet als Personen ohne ein solches Darlehen. Gleiches gilt für laufende, bediente Kredite im Vergleich zu fehlenden Krediten.
Zwar machen Zahlungsstörungen bzw. keine Einträge in diesem Bereich bis zu ein Viertel aller Punkte aus. Daher fließt die „Zahlungsmoral“ durchaus ein. Wer aber beruflich häufig umziehen musste, gerade die Bank gewechselt hat, keine Immobilie besitzt und hin und wieder auf Rechnung bezahlt, verliert potenziell sehr viele Punkte. Das Resultat: Obwohl es sich um Personen mit absolut unkritischer Finanzsituation und tadelloser Zahlungsmoral handeln kann, ist kaum noch der Score „ausgezeichnet“ erreichbar. Das verzerrt die Einstufung und wirkt beispielsweise bei Vermietern oder Banken nachteilig.
Es gibt sinnvolle Alternativen zur Schufa
Am Immobilienmarkt gibt es vor allem zwei Bereiche, bei denen die Schufa-Scores relevant sind. Der eine betrifft die Vergabe von Immobilienkrediten wie ein Annuitätendarlehen. Leider setzen fast alle Banken auf die Schufa als Dienstleister, sodass Betroffene unbedingt einen positiven Wert erreichen sollten. Daher gilt es, die Schufa-Einstufung zu verbessern. Der andere Bereich ist die Vermietung. Dieser ist aber nicht auf einen Schufa-Score festgelegt.
Die Bewerbermappe von ohne-makler für Wohnungssuchende
Zwar fordern viele Vermieter eine Schufa-Auskunft. Es gibt aber Alternativen. Eine davon ist die Bewerbermappe von ohne-makler. Diese beinhaltet neben vielen anderen Vorteilen unter anderem eine Option, die geleisteten Mietzahlungen sowie einen alternativen Auskunftei-Score zu hinterlegen.
Wohnungssuchende haben mehr Kontrolle über die Daten und können dennoch für Vermieter relevante Daten und Informationen zusammenfassen. Auf diese Weise punkten sie bei der Mieterauswahl durch eine professionelle Bewerbermappe mit Bonitätsauskunft, die ohne Schufa-Score auskommt.
Hinweis zu Rechtsthemen: Sämtliche Texte wurden aufwendig recherchiert und nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Wir können trotzdem keine Garantie für die Korrektheit, Aktualität oder Vollständigkeit der präsentieren Informationen gewähren. Bitte wenden Sie sich bei Rechts- und Steuerfragen stets an einen fachkundigen Anwalt oder Steuerberater.
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