Programmänderungen bringt neue Chancen durch „Jung kauft Alt“
Die KfW hat die Bedingungen für das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ gelockert. Anders als zuvor kann es sich für Familien jetzt lohnen, eine alte Immobilie zu erwerben und zu sanieren. Es ist keine Komplettsanierung mehr erforderlich. Wir erklären, was das heißt.
„Jung kauft Alt“ – die geänderten Bedingungen
Das Programm „Jung kauft Alt“ honoriert den Kauf von Immobilien mit Modernisierungsstau. Zuvor war Maßgabe, dass die Förderung an eine Komplettsanierung zum Energieeffizienzstandard 85 EE gebunden war. Seit August 2026 sind Einzelmaßnahmen zur energetischen Erneuerung ausreichend, um das Darlehen nutzen zu können.
Empfehlung: Immobilie vor dem Kauf genau prüfen lassen
Hani Sultani, Finanzierungsexperte von ohne-makler begrüßt diese Änderung: „Die Änderung bei ‚Jung kauft Alt‘ führt dazu, dass sich der Kauf von älteren Immobilien wirklich rechnen kann. Familien mit Kindern haben so die Chance, Eigentum zu erwerben und durch das Darlehen in Teilen zu modernisieren.“
Aber, so erklärt Sultani weiter: „Viele Menschen unterschätzen die Kosten bei einer energetischen Modernisierung. Interessierte sollten das Objekt vor dem Kauf von einem Energieberater genau in Augenschein nehmen und dabei insbesondere Heizung und energierelevante Gewerke wie Fenster, Türen und Dach prüfen lassen. Darüber hinaus ist ein Blick in Unterlagen wie Baudokumente oder Modernisierungsnachweise ratsam. Am Ende entscheiden der Zustand der Immobilie und die veranschlagten Kosten, ob sich der Kauf in Kombination mit der Fördersumme wirklich lohnt.“
Was bietet das Programm „Jung kauft Alt“ nach der Änderung?
Mit dem Förderprogramm „Jung kauft Alt“ sollen Familien mit Kindern unterstützt werden, eine ältere Immobilie zu kaufen. Diese sind häufig günstiger, leiden aber unter Modernisierungsstau. Das Programm bietet beim Kauf eines Objekts mit Energieeffizienz F, G oder H zur Finanzierung ein günstiges Darlehen bis zu 180.000 Euro, das je nach Laufzeit und Darlehensart an einen attraktiven Zinssatz ab 0,01 Prozent gekoppelt ist (max. 0,69 Prozent). Die Darlehenssumme ist vom Haushaltseinkommen, der Kinderzahl und den geplanten Maßnahmen abhängig.
Vor der Änderung des Programms war eine umfassende energetische Erneuerung erforderlich. Die dabei anfallenden Kosten sind dabei in der Regel sehr hoch, sodass sich der Kauf selbst mit Unterstützung der Förderung häufig nicht gelohnt hat. Nun sind Einzelmaßnahmen ausreichend, um eine Fördersumme aus dem Programm beantragen zu können. Das günstige Darlehen der KfW kann so im individuellen Fall den Ausschlag für eine Kaufentscheidung geben.
Ist das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ eine Chance für Verkäufer?
Immobilien mit schlechten Energiewerten lassen sich aktuell vielerorts nur schwer verkaufen. Verkäufer müssen zudem mit einem Preisabschlag rechnen. Die Änderung des Förderprogramms könnte auch Verkäufern in die Karten spielen. Allerdings sollten sie realistisch bleiben.
Hani Sultani führt aus: „Wir raten zu einer verlässlichen Kostenschätzung. Dazu gehört auch der Blick durch die Augen des Käufers, um keine Interessenten durch einen zu hoch angesetzten Preis abzuschrecken. Es ist zu erwarten, dass solche Immobilien jetzt vielleicht etwas schneller verkauft werden können, es wird aber niemand ‚Mondpreise‘ dafür bezahlen. Man kann sich eher darauf einstellen, dass die Verhandlungen etwas leichter werden, wenn auch die Käufer etwas mehr Spielraum haben. Sollte es im Einzelfall viele Interessenten geben, lässt sich der Preis durch ein Bieterverfahren nachverhandeln. Ausgangspunkt hier ist jedoch, dass der Preis von Anfang an angemessen angesetzt wurde.“
Geschrieben von
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