Wohnindex 2/2026: Mieten steigen um vier Prozent, Kaufpreise nur gering
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat den Wohnindex für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Demnach sind die Mieten (Angebotspreise) um vier Prozent, die Kaufpreise um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Die Entwicklung ist aber uneinheitlich.
Wohnindex 2/2026 zeigt rasant steigende Mieten
Die Mieten sind gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent gestiegen, gegenüber dem Vorquartal um 1,3 Prozent. Das IW sieht in seinem Report daher eine hohe finanzielle Belastung für wohnungssuchende Haushalte.
Die Entwicklung ist jedoch nicht in allen Regionen gleich. Die Mieten in den Top-7-Städten (Hamburg, Berlin, München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf und Stuttgart) haben sich etwas moderater entwickelt und lagen im zweiten Quartal um 2,9 Prozent höher. Im Umland dieser Ballungsräume betrug der Anstieg 3,7 Prozent. Den stärksten Sprung verzeichneten die übrigen Großstädte. Dort betrug der Anstieg gegenüber dem Vorjahr im zweiten Quartal 4,9 Prozent, im jeweiligen Umland noch 3,9 Prozent.
Besonders deutlich gegenüber dem Vorjahresquartal sind im zweiten Quartal 2026 die Mieten mit 7,9 Prozent in Köln gestiegen. Der Anstieg in Frankfurt fiel mit 2,9 Prozent vergleichsweise gering aus. Interessant ist die Entwicklung der Mietpreise in Berlin. Diese stiegen nach einem Rückgang im Vorquartal wieder um ein Prozent an. Gegenläufig zeigt sich nur die Entwicklung in Düsseldorf. Als einzige Großstadt gibt es hier gegenüber dem ersten Quartal 2026 einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent.
Immobilienpreise im 2. Quartal 2026 laut Wohnindex nur wenig verändert
Gegenüber dem Vorjahresquartal waren sowohl Ein- und Zweifamilienhäuser als auch Eigentumswohnungen im zweiten Quartal 2026 um 0,8 Prozent teurer. Die Preise für Wohnungen stiegen laut IW dabei um 0,2 Prozent und die für Häuser um ein Prozent.
Die geringen Anstiege bedeuten auch, dass sich das Preisniveau weiterhin unter dem bisherigen Höhepunkt aus 2022 bewegte. Das IW sieht eine Stabilisierung des Marktes, aber wegen der Kreditkosten weiterhin „anspruchsvolle Finanzierungsbedingungen“ für Käufer.
Wohnungspreise im 2. Quartal 2026 nur langsam gestiegen
Die Entwicklung ist noch uneinheitlicher als bei den Mieten. In den Top-7-Städten gingen die Preise für Wohnungen beispielsweise im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Im Umland dieser Metropolen stiegen die Preise für Eigentumswohnungen dagegen um 0,7 Prozent. In anderen Großstädten gab es sogar einen Anstieg um 1,7 Prozent, während in deren Umland die Preise gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent kletterten.
Preise für Häuser legten im zweiten Quartal 2026 kräftiger zu
Die Preisentwicklung bei Häusern war zwar dynamischer aber ebenfalls sehr uneinheitlich. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sanken die Preise in den Top-7-Städten im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr demnach um 0,8 Prozent, in deren Umland dagegen stiegen sie um 0,6 Prozent. Die übrigen Großstädte verzeichneten einen Preisanstieg um 1,6 Prozent, deren Umland um 0,8 Prozent.
Den kräftigsten Anstieg hat das IW für Dortmund ermittelt. Dort stiegen die Preise innerhalb eines Jahres um fünf Prozent. Auch Hamburg (+ 2,1 Prozent) und Köln (+ 1,7 Prozent) gehörten zu den Städten mit stark steigenden Häuserpreisen. Dagegen fielen die Preise gegenüber dem Vorjahreszeitraum u. a. in Essen (- 1,3 Prozent) sowie Frankfurt und Leipzig (jeweils - 1,2 Prozent).
Anzahl der Angebote weist auf uneinheitlichen Markt hin
Das IW hat im Wohnindex 2/2026 erstmals seit Längerem die Anzahl der Inserate ausgewertet. Dabei hat das Institut gegenläufige Trends seit 2022 festgestellt.
Kaufinserate rasant gestiegen
Der Wohnindex zeigt, dass sich die Anzahl der Kaufangebote gegenüber 2022 in den Top7-Städten und in deren Umland verdoppelt hat. Auch für die anderen Großstädte gab es mit einem Plus von 77 Prozent und in deren Umland mit einem Plus von 94 Prozent deutlich mehr Inserate.
Treiber des Anstiegs sind Häuser. Der Anstieg der Inseratsmenge lag hier im zweiten Quartal 2026 gegenüber 2022 bei 162 Prozent in den Top-7-Städten sowie bei 145 Prozent in den anderen Großstädten.
Das IW interpretiert diese Entwicklung nicht mit mehr Kaufobjekten, sondern mit einer längeren Vermarktungsdauer, die sich aus dem Zusammenspiel von hohen Preisen und einer schwierigen Finanzierung ergibt.
Anzahl der Mietinserate unter dem Niveau von 2022
Die Menge der Mietinserate lag unterhalb des Niveaus von 2022. Dabei verzeichneten die Top-7-Großstädte einen Rückgang von 18 Prozent, in den übrigen Großstädten um 26 Prozent und in der Fläche um vier Prozent. Den größten Rückgang der Mietinserate innerhalb vier Jahren gab es in Hamburg mit einem Minus von 57 Prozent und in Frankfurt mit einem Minus von 43 Prozent.
Die Rückgänge der Anzahl der Mietinserate interpretiert das IW als knappes Angebot bei hoher Nachfrage und zugleich einer marktbedingt geringeren Umzugsmobilität. Lösungen sind demnach mehr Neubauten und zugleich weniger Marktregulation, da diese durch Untermauern der bestehenden Mietverhältnisse die Umzugsmobilität verringert, die Mieten des Wohnungsbestands stärker vom Markt abkoppelt und den Wohnungsbestand nicht ausreichend aktiviert.
Aktuelle Daten bei ohne-makler für alle Regionen
Das Institut der deutschen Wirtschaft veröffentlicht regelmäßig Daten zum Immobilienmarkt und setzt einen Bezug zu den Herausforderungen für Politik und Gesellschaft. Basis sind umfassende Daten der Value AG.
Auch ohne-makler wertet fortlaufend die aktuelle Preisentwicklung aus. Die Daten sind unter Mietspiegel und Immobilienpreise für alle Kommunen zu finden und werden regelmäßig aktualisiert. Durch die lokale Betrachtung finden Interessierte stets aktuelle Zahlen für die Situation vor Ort. Weitere Berichte über aktuelle Daten zum Immobilienmarkt sind unter Marktbeobachtung zu finden.
Geschrieben von
Michael Weber
Seit vielen Jahren schreibt der Online-Redakteur über Immobilienthemen. Dabei legt er Wert auf Fakten, Relevanz für die Zielgruppe und eine möglichst einfache Sprache.
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