Haushaltsgrößen als Kennzahl für Investitionen
Es gibt viele Investitionsgrundlagen. Die einen möchten einen günstigen Kaufpreis aushandeln, andere setzen auf potenzielle Mietsteigerungen oder verstehen den Erwerb einer Immobilie als reine Vermögensanlage. Ein unterschätztes Kriterium ist die Entwicklung der Haushaltsgrößen.
Immobilienkauf: strategische Planung als Absicherung in der Zukunft
Der Kauf einer Immobilie ist in den meisten Fällen ein langfristig angelegtes Vorhaben. Allein die Haltedauer bis zu einem lukrativen steuerfreien Verkauf beträgt zehn Jahre. Viele Finanzierungen bzw. Darlehensrückzahlungen sind noch länger, auf Jahrzehnte ausgerichtet. Doch niemand kann absehen, wie sich der Immobilienmarkt in dieser Zeit entwickelt. Die Lage, der Zustand, der Preis und die Entwicklungsmöglichkeiten einer Wohnung oder eines Hauses sind daher von entscheidender Bedeutung.
Die Haushaltsgröße als Schlüssel für den zukünftigen Wohnbedarf
Ein weiterer Aspekt ist die Entwicklung der Haushaltsgrößen in Deutschland. Denn es spielt eine große Rolle, ob zukünftig mehr Einpersonenhaushalte oder mehr Haushalte mit wenigstens drei Personen existieren werden.
Die Personenzahl bestimmt die erforderlichen Zimmer
Zwar gibt es keinen zwangsläufigen Zusammenhang zwischen Personenzahl und Wohnungsgröße. Aber ein Trend lässts ich daraus sehr wohl ablesen. Anders gesagt: Gibt es mehr allein wohnende Singles, werden Ein- und Zweizimmerwohnungen deutlich mehr nachgefragt. Gibt es mehr Familien mit Kindern, sind Wohnungen mit mehr Zimmern deutlich stärker nachgefragt.
Der Zusammenhang von Haushaltsgröße und Wohnfläche
Ähnlich, wenn auch noch etwas mehr abgemildert, ist der Trend für Wohnungsgrößen. Singlewohnungen mit 100 Quadratmetern Wohnfläche wären Luxus, während eine fünfköpfige Familie auf 70 Quadratmetern sehr beengt leben würde.
Entwicklung der Haushaltsgrößen ist ein Kaufkriterium
Diese direkten und indirekten Zusammenhänge sind für Käufer von Immobilien durchaus relevant. Denn die Verfügbarkeit von nachgefragtem Wohnraum hat einen Einfluss auf potenzielle Miethöhen und Verkaufspreise. Wenn der Bedarf an Einzimmerwohnungen steigt, werden die Mieten für diese Objekte wahrscheinlich stärker steigen als im Marktdurchschnitt. Ein solcher Trend zeigt sich vielerorts bereits seit Längerem im Mietspiegel von ohne-makler.
Daten vom Statistischen Bundesamt prüfen
Daten zu den Haushaltsgrößen bietet das Statistische Bundesamt. Dort sind aktuelle Daten und Projektionen in die Zukunft zu finden.
Auf Basis dieser Quelle lässt sich gut nachvollziehen, dass die Zahl und der Anteil an Einpersonenhaushalten in den Jahren immer mehr zugenommen haben. Seit 2015 ist der prozentuale Anteil um 1,4 Punkte auf 42,3 Prozent gestiegen, während der Anteil an Zweipersonenhaushalten um 1,7 Prozentpunkte auf 32,8 Prozent abgenommen hat. Bei Mehrpersonenhaushalten ist die Situation uneinheitlicher.
Die erwartete Haushaltsgröße wird zum Preisfaktor
Interessanter ist die Projektion. Je nach Modell ist von einem weiteren Anstieg von Einpersonenhaushalten auszugehen. Die Zahl aller anderen Haushaltsgrößen wird bis 2035 tendenziell eher sinken. Das hat Folgen für den Wohnungsmarkt und lässt Investitionen in Objekte mit kleinen Flächen oder weniger Zimmern strategisch sinnvoller erscheinen.
Die Statistiken zu den Haushaltsgrößen sind daher für Käufer ein interessanter Anhaltspunkt für Investitionsentscheidungen. Das gilt umso mehr, wenn sie regionale Daten der statistischen Landesämter hinzuziehen und mit der aktuellen Anzahl von Wohnungen mit entsprechender Zimmerzahl oder/und Wohnfläche abgleichen. Wer gezielt nach solchen angebotenen Immobilien sucht, sichert den zukünftigen Immobilienwert grundsätzlich noch besser ab.
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