Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen steigt langsam
In Deutschland fehlen Wohnungen. Der Neubau liegt weit hinter den Erwartungen und hinter dem Bedarf. Das Statistische Bundesamt hat nun Zahlen für das erste Quartal 2025 vorgelegt. Demnach steigen die Baugenehmigungen für neue Wohnungen. Allerdings ist der Anstieg gering.
Mehr Häuser, aber weiter zu wenige Wohnungen
Laut Daten des Statistischen Bundesamtes gab es im ersten Quartal 2025 einen Anstieg bei den Baugenehmigungen für Wohnungen um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Allerdings gibt es im Detail wichtige Unterschiede zwischen Häusern und Wohnungen.
Denn die Anzahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser ist um 15,3 Prozent gestiegen. Dagegen ging die Anzahl der Baugenehmigungen bei Zweifamilienhäusern sogar um 8,9 Prozent zurück und die für Mehrfamilienhäuser stagnierte. Das bedeutet: Es gibt zwar mehr Einfamilienhäuser im Bau, aber weniger Wohnungen in Häusern mit mehreren Einheiten. Insgesamt ist die Zahl der Baugenehmigungen weiter auf einem schwachen Niveau und vergleichbar mit der Zeit vor zehn Jahren.
Zahl der Wohnungen steigt insgesamt etwas
Die Behörden genehmigten im ersten Quartal 2025 insgesamt 55.400 Wohnungen. Allein im März 2025 gab es 19.500 Baugenehmigungen. Diese Zahlen umfassen alle Einheiten in neuen oder bestehenden Häusern, zu denen auch Nicht-Wohngebäude wie zum Beispiel teilweise gewerblich genutzte Immobilien gehören. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in neu zu errichtenden Immobilien war mit 46.100 Wohnungen im ersten Quartal 2025 entsprechend etwas geringer, aber 4,1 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.
Ein besonderes Augenmerk gilt stets den Mehrfamilienhäusern, da diese viele neue Wohnungen beinhalten. Die Anzahl der genehmigten Neubauten blieb mit 28.800 im ersten Quartal 2025 nahezu unverändert. 10.600 Wohnungen sind dagegen durch Einfamilienhäuser entstanden.
Insgesamt zu wenig Belebung bei Neubauten
Obwohl die Daten vordergründig positiv erscheinen und eine kleine Trendwende nachzeichnen, bleibt ein Manko bestehen. Einfamilienhäuser sind vergleichsweise teuer. Bezahlbarer Wohnraum fehlt weiterhin. Die Anzahl der neu genehmigten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ist deutlich zu niedrig.
Im vergangenen Jahr schätzte der Verband ZIA in seinem Frühjahresgutachten den Fehlbedarf bis 2027 auf 830.000 Wohnungen. Die Zahl dürfte nicht gesunken sein, da die Anzahl der Baugenehmigungen weiter deutlich zu niedrig ist. Das hat einen direkten Einfluss auf den Immobilienmarkt: Die Mieten steigen weiterhin in vielen Gemeinden und in der Folge werden auch die Immobilienpreise in der Breite sehr wahrscheinlich weiter ansteigen.
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