GREIX: Zahl der Vermietungsangebote sinkt deutlich
Der Immobilienindex GREIX des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW)/ECONTribune zeichnet die Entwicklung des Immobilienmarktes nach. Die Daten für das erste Quartal 2026 zeigen: Mieten steigen nicht mehr so stark, aber es gibt deutlich weniger angebotene Mietwohnungen. Was heißt das?
Es werden weniger Mietwohnungen angeboten
Es werden seit einigen Jahren zu wenige Wohnungen gebaut, sodass inzwischen in vielen Regionen eine angespannte Marktsituation herrscht. Die Daten des GREIX für das Quartal 1/2026 zeigen einen Trend, der den Mietmarkt zusätzlich belastet. Denn es werden mehr möblierte Wohnungen und nach wie vor viele Kurzzeitvermietungen in den Großstädten angeboten. Zugleich sinkt die Zahl der angebotenen Mietwohnungen um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Die Daten stützen einen Trend. Im vergangenen Jahr wurden auf den wichtigen Immobilienportalen nur noch 250.000 Wohnungen angeboten. Zehntausend weniger als im Vorjahr. Seit 2015 ist die Anzahl sogar um etwa 22 Prozent gesunken. Diese Entwicklung ist regional unterschiedlich. Überraschend: In Münster (50 Prozent) und Potsdam (55 Prozent) ist der Rückgang besonders groß.
Mehr möblierter Wohnraum, Zahl der Kurzzeitvermietungen weiter hoch
Die Zahlen lassen sich zumindest teilweise mit einem Anstieg der Angebote für möblierten Wohnraum und durch viele Wohnungen in Kurzzeitvermietung erklären. Seit 2015 ist beispielsweise die Zahl der möblierten Wohnungsangebote in den untersuchten Großstädten von 12.000 auf 37.000 im vergangenen Jahr gestiegen. Möblierung ist ein typisches Mittel, um Mietpreisbremsen und die Begrenzungen durch den lokalen Mietspiegel zu umgehen.
Obwohl Wohnen-auf-Zeit oder Kurzzeitvermietung in einigen Städten ein Problem ist, bleibt die Zahl insgesamt auf gleichem Niveau. Laut GREIX ist die Anzahl seit 2018 um 8,4 Prozent gewachsen – allerdings gegen den Trend. Das heißt: Die Zahl der Angebote für Wohnen-auf-Zeit wächst überdurchschnittlich am Markt, teilweise nutzen Vermieter sogar den tückischen Arbitrageansatz.
Mieten steigen weniger stark als erwartet
Die Mietpreise sind im ersten Quartal 2026 um 0,5 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich liegt das Wachstum bei 2,9 Prozent und damit so niedrig wie seit vier Jahren nicht mehr. Der Anstieg wäre damit auf Niveau der Inflationsrate.
Allerdings gibt es deutliche Unterschiede in den Metropolen. Die Mietentwicklung in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt und Leipzig liegt etwas über dem Schnitt. In Köln und München liegt sie dagegen etwas darunter. Es gab sogar leichte Rückgänge in Stuttgart. In Berlin gab es sogar einen Rückgang um 1,8 Prozent. Den Trend der stellenweise stagnierenden oder zurückgehenden Mieten bestätigen zumindest für einige Wohnungsgrößen auch die Mietspiegeldaten von ohne-makler.
Was bedeuten die Zahlen für Vermieter und Mieter?
Der GREIX zeichnet die aktuelle Entwicklung am Markt nur für die untersuchten Großstädte nach. Dennoch zeigen die Daten für das erste Quartal 2026 einen wichtigen Trend: Die Mietpreise haben in den Städten eine Höhe erreicht, ab der große Steigerungen nur noch bedingt möglich zu sein scheinen. Diese Entwicklung ist in einigen großen Metropolen bereits seit Längerem zu sehen. Am regulären Markt sind zwar weiter moderate Steigerungen möglich. Aber Berlin und Stuttgart zeigen, dass es schwerer ist, diese Mieten durchzusetzen.
Investoren und Vermieter weichen daher verstärkt auf möblierten Wohnraum aus, der andere Mietpreise erlaubt. Aber das Mietpreisniveau ist in der Breite hoch. Suchende müssen damit rechnen, dass Schnäppchen kaum zu finden sind und bezahlbarer Wohnraum generell knapp bleibt.
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